Meilenstein unter Tag: erfolgreicher Durchschlag im Tunnel Kaiserstuhl

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Mit dem Durchschlag des Tunnels Kaiserstuhl am 10. September 2026 wurde nun ein weiteres Kapitel dieser Entwicklung geschrieben. Nach etwas mehr als zwei Jahren Vortriebsarbeiten konnten die letzten Meter Fels durchbrochen und damit die Ausbrucharbeiten erfolgreich abgeschlossen werden.

Eine Verbindung entsteht

Wer heute zwischen Obwalden und dem Berner Oberland unterwegs ist, nutzt eine Verkehrsachse mit langer Geschichte. Bereits vor Jahrhunderten führte über den Brünig ein wichtiger Säumerweg, über den Menschen, Waren und Ideen zwischen den Regionen transportiert wurden. Wo einst Säumer unterwegs waren und Teilstrecken gar nur per Schiff zurückgelegt werden konnten, entstanden später Strassen, Bahnlinien und schliesslich die Nationalstrasse A8.

Der rund 2,1 Kilometer lange Tunnel bildet das Herzstück des Ausbaus der A8 zwischen Lungern und Giswil. Mit der Fertigstellung dieses letzten Abschnitts wird eine moderne und sichere Verbindung geschaffen, welche die Region dauerhaft besser vor Naturgefahren schützt und die Verkehrssicherheit erhöht.

Der Durchschlag markiert dabei nicht nur einen wichtigen Projektmeilenstein. Er steht auch für eine aussergewöhnliche Leistung der Menschen, die diesen Tunnel unter anspruchsvollsten Bedingungen realisiert haben.

 

Von beiden Seiten durch den Berg

Seit Sommer 2024 arbeiteten sich die Mineure von Norden und Süden gleichzeitig aufeinander zu. Insgesamt galt es, mehr als zwei Kilometer Berg präzise zu durchörtern, damit sich die beiden Vortriebe schliesslich auf den Zentimeter genau treffen konnten.

Die Herausforderungen waren dabei alles andere als alltäglich. Aufgrund des starken Längsgefälles und der engen Linienführung kam der Einsatz einer Tunnelbohrmaschine nicht infrage. Stattdessen erfolgte der Ausbruch grösstenteils im klassischen Sprengvortrieb. Meter für Meter arbeiteten sich die Mineure durch den Berg, beurteilten laufend die geologischen Verhältnisse und passten die Sicherungsmassnahmen den tatsächlichen Bedingungen an.

Besonders anspruchsvoll war der Südvortrieb durch die Bergsturzmasse. In diesem Bereich mussten spezielle vorauseilende Bauhilfsmassnahmen mittels Jetting-Verfahren umgesetzt werden, um das Lockergestein vor dem Ausbruch zu stabilisieren. Gleichzeitig stellten auf der Nordseite Wassereintritte und wechselnde Gebirgsverhältnisse die Teams immer wieder vor neue Herausforderungen.

Der Tunnelbau verlangte deshalb weit mehr als moderne Technik. Gefragt waren Erfahrung, Präzision und das tägliche Zusammenspiel von Mineuren, Polieren, Vermessungs- und Ingenieur-Büros oder Bauführenden.

«Für uns Tunnelbauer ist der Durchschlag immer der grösste Moment, wenn nach monatelangem Einsatz das Ziel erreicht wird. Und dies natürlich umso mehr, da wir auf gute Leistungen und eine ausgezeichnete Teamarbeit zurückblicken können.» Daniel Kohler, Projektleiter Frutiger AG

 

Die Menschen hinter dem Durchschlag

Was am Tag des Durchschlags sichtbar wurde, ist das Ergebnis von unzähligen Arbeitsstunden, Schichten rund um die Uhr und dem Engagement zahlreicher Fachpersonen.

Tag für Tag arbeiteten die Mineure im Berginnern mit dem nötigen Respekt vor den geologischen Gegebenheiten. Unterstützt wurden sie von Werkstattteams, Vermessern, Spezialisten für Beton- und Tiefbauarbeiten sowie Subunternehmungen. Gemeinsam meisterten sie die unterschiedlichen Herausforderungen und trugen dazu bei, dass die Arbeiten sicher und erfolgreich vorangetrieben werden konnten.

Für die Projektbeteiligten war die Durchschlagsfeier deshalb weit mehr als der Abschluss einer Bauetappe. Sie war ein Zeichen dafür, was mit Fachwissen, Vertrauen und echter Teamarbeit erreicht werden kann.

 

Blick nach vorne

Mit dem Durchschlag ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, die Arbeiten am Tunnel Kaiserstuhl sind jedoch noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten und Jahren folgen die Verkleidungs -, und Innenausbauarbeiten.

Bis zur geplanten Inbetriebnahme Ende 2029 entsteht damit Schritt für Schritt jene Verbindung, welche die jahrhundertealte Verkehrsachse über den Brünig in die Zukunft führt.

Projekt in Kürze

  • Projekt: Ausbau A8 Lungern Nord - Giswil Süd
  • Bauherrschaft: Kanton Obwalden
  • Oberbauleitung: Daniel Fanger, Tiefbauamt Kanton Obwalden
  • Chefbauleitung: Beat Ettlin, Amberg Engineering AG
  • Projektierung: Jasmin Amberg, Amberg Engineering AG
  • Bauunternehmung: Frutiger AG
  • Rolle Frutiger: Ausführende Unternehmung für Bergmännischen Tunnel, Tagbautunnel Nord sowie Portalstationen Nord und Süd
  • Tunnellänge: rund 2,1 km
  • Baubeginn: 1. Juli 2024
  • Durchschlag: 10. September 2026
  • Geplante Eröffnung: Ende 2029
  • Besonderheiten: Vortrieb von zwei Seiten gleichzeitig: Sprengvortrieb aufgrund der Topografie, Lockergesteinsvortrieb im Jetting-Verfahren, anspruchsvolle geologische Verhältnisse mit Wassereintritten
  • Projektkosten: rund CHF 268 Mio.

Impressionen

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Besuchstag beim FC Thun

Unsere Lernenden freuen sich über die Möglichkeit, beim FC Thun ein Besuchstag hinter den Kulissen zu erleben.

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